Hier schreibt Sammy seine Geschichte:
Nun lebe ich schon über ein halbes Jahr hier im hohen Norden und fühle mich ''Collie-wohl''.
Ich muss zwar noch ein paar Kilos zunehmen, aber ich bin nicht mehr so
rappeldürr, wie vor einigen Monaten.
Meine Menschen haben schnell begriffen, welche Leckerchen ich besonders toll
finde und päppeln mich ganz ordentlich. Allerdings bin ich gerne und viel in
Bewegung und tüdel hier und da herum. Da dauert es natürlich schon ein wenig
länger,
bis sich bei mir ein paar Pfund mehr auf den Rippen bemerkbar machen.
Bürsten lass ich mich mittlerweile auch ohne größere Widerstände.
Zuerst fand ich die Folterinstrumente doof und Fellpflege sowieso ganz schön
lästig.
Ist doch nur was für Collie-Damen, oder? Habe immer herumgezappelt und mich
gewunden wie ein Aal.
Gerade hinter den Ohren und zwischen den Beinen zwickt es hier und da mal
außerordentlich.
Meine Menschen meinen, dass ich selber schuld bin.
Ich tobe nämlich gerne in den Wiesen und im hohen Gras herum und bin danach
voller Kletten...
Aber inzwischen geht es mit der Prozedur, meine Menschen sind ganz vorsichtig.
Und danach gibt es immer ein Leckerchen.
Meine Lieblingsbeschäftigung ist es trotzdem nicht.
Um die ''Putzkiste'' mache ich einen Riesenbogen und verschwinde erst mal, wenn
Frauchen Kamm und Bürste zückt!!!
Soll sie doch zuerst über Karina "herfallen". Schade, dass sie mich darüber
nicht vergisst..
.
Frauchen versucht von uns vernünftige Fotos zu machen für Heidis
Geschichten,
da wollen wir mal ordentlich stehen bleiben :-)
Leider mussten wir von unserer Gefährtin Nala Abschied nehmen.
Sie ist seit Mitte Juni im Hundehimmel.
Wir waren mit unseren Nachbargefährten zum Spielen auf der großen Wiese und
haben (vermutlich) gammeligen Schnellkomposterdung gefressen, der dort entsorgt
wurde. Das Ganze sah aus wie normale Gartenerde und unsere Menschen haben erst
zu spät erfahren, dass das Zeugs mit Bakterien verseucht war. Unsere beiden
Labrador-Nachbarn, Nala und ich haben davon gefressen. Uns allen ging es danach
richtig schlecht.
Nala hat leider nicht überlebt.
(Ihr seht sie unter der Regenbogenrücke)
Karina war vernünftig und hat nicht davon gefressen.
Ich habe mich zum Glück schnell erholt und war einige Stunden nach der
Behandlung
durch unsere liebe Tierärztin wieder putzmunter.

Jetzt reicht es aber, nun wollen wir wieder spielen!!
Nalas Tod hat Karina und mich ganz
doll zusammengeschweißt.
Wir verstehen uns inzwischen prächtig, schmusen mittlerweile sogar zusammen.
Nur ganz selten rümpfen wir unsere lange Nase und zeigen uns gegenseitig unsere
Zähne!
Im Moment ist sie noch Chefin von uns beiden, mal schauen, wie lange noch.
Am liebsten spielen wir draußen im Garten. Hier können wir nach Herzenslust
toben, uns gegenseitig jagen, mit unseren Quietschis und Bällen spielen oder
Zwei- und Vierbeiner auskläffen, die bei uns in der Straße nichts zu suchen
haben. Außerdem wohnen bei uns in der Straße viele Hunde. So wird es nie
langweilig bei uns, weil wir auch mal mit anderen Artgenossen spielen können.
Wir sehen uns beim Gassigang oder begrüßen uns nur so durch den Zaun.
Karina hält Ausschau, wer da kommt.......!!
Ich lächle noch mal in die Kamera..!!!
Neulich habe ich unterwegs einen langen Ast gefunden, den ich gegen unsere
Labrador-Nachbarn verteidigt habe
und sogar mitnehmen durfte.
Meine Menschen sehen gar nicht gerne, wenn ich mit Stöckchen spiele, weil die
Verletzungsgefahr so groß ist.
Aber dieses Mal haben sie eine Ausnahme gemacht. Puh, war ganz schön
anstrengend, den Ast mit in den Garten zu schleppen. Karina findet Äste doof.
Sie war gar nicht erbaut davon, als ich ihr den Ast nur so aus Spaß auf den
Rücken gelegt habe.
Hat mich doch einfach ignoriert, zickiges Weib...

Hat ihr nicht gut gefallen........!
Hier seht ihr übrigens Karina vor ihrer "Sandkiste". Hat Herrchen extra für
Karina gebaut, weil Karina Sand obertoll findet und manchmal wie eine Wilde
darin buddelt. Ich schau ihr dann dabei zu und frage mich jedes Mal, ob ich das
auch toll finden muss oder ob das nur eine ihrer Weiber-Macken ist. Werde mir
das noch eine Weile mit angucken und irgendwann entscheiden, ob ich auch buddeln
will.
Karina in ihrer Sandkiste...kennt ihr einen Collie,
der eine eigene Sandkiste hat????
Meine Menschen sagen, dass ich ein total verschmuster Collie bin. Ehrlich, was
gibt es schöneres für einen Collie als auf der Couch oder im Bett liegen zu
dürfen und von seinen Lieblings-Menschen beschmust zu werden. Ach, ist das
herrlich. Und ich glaube meine Menschen finden diese Beschäftigung mit uns
Collies auch nicht so schlecht. Sie sehen jedenfalls entspannt und zufrieden
aus, wenn sie mit uns schmusen dürfen. Karina schmust ebenfalls gern. Da ich ein
Gentleman bin, darf sie abends immer zuerst in die Besucherritze ans Kopfende.
Sie hält das meist nicht so lange aus. Ich glaub, weil sie soviel Fell hat wird
es ihr schnell zu warm. Dann flüchtet sie freiwillig und ich darf dann nach oben
rutschen... Es sei denn, wir haben Gewitter. Oh, oh! Wie von der Tarantel
gestochen springt Karina ins Bett und kuschelt stundenlang, bis es ausgedonnert
hat.
Mich belastet der Krach zum Glück nicht. Ich bin - glaube ich - schussfest!
Frauchen, jetzt lege mal die blöden Kamera weg
und spiele mit mir!!
Vor kurzem durften wir mit ins Büro. Das war aufregend! Karina kannte das schon
von früher, aber für mich war das ganz neu. Frauchen hängt dann so einen Zettel
an die Tür, wo drauf steht: Achtung, zwei liebe Collies im Büro! So erschrecken
die Leute nicht, wenn sie die Tür öffnen und uns sehen. War ganz schön lustig,
weil ich wieder so viele nette Menschen kennen gelernt habe. Frauchen konnte gar
nicht richtig arbeiten, weil andauernd Leute kamen, die allerdings nichts von
ihr wollten. Die wollten natürlich nur uns sehen, mit uns spielen und uns
bewundern. Irgendwann wiederholen wir das Ganze, sagt Frauchen. Hoffentlich
dauert das nicht mehr so lange, denn im Büro liegen noch mein Spielzeug und ein
paar Kauknochen herum. Außerdem soll es da noch ein paar andere
Büro-Hunde-Männer geben. Die will ich bei Gelegenheit auch mal begrüßen.
So, nun habe ich erst mal genug von mir erzählt. Ach so, stimmt, das habe ich
glatt vergessen: Ich unterhalte mich gerne mit anderen - egal ob Zwei- oder
Vierbeiner - und erzähle stundenlang Geschichten! Das geht schon morgens nach
dem Aufstehen los. Dann muss ich erst mal allen erzählen, wie die Nacht war und
was ich geträumt habe. Am liebsten geht das den ganzen Tag so weiter. Und wenn
jemand mit mir spielt und plötzlich aufhört, wenn ich noch nicht aufhören will.
Dann müsstet ihr mich mal hören! Das regt mich so richtig auf und ich fange laut
an zu reden. Meine Menschen sagen in solchen Situationen immer Schnacksack zu
mir. Inzwischen weiß ich aber, dass das ein lieb gemeintes Kosewort und keine
Beleidigung ist.
Bis bald! Ich lass mal wieder von mir hören!
Viele Grüße!
Euer Sammy
Geschrieben von Sammys Frauchen Verena Juli 2005
Heidi Jostschulte 0441/391255